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Das Abstinenzkontrollprogramm

  Wie läuft ein Abstinenzprogramm ab?

Vorwort: Es Seit 2009 nicht mehr möglich, ein Abstinenzkontrollprogramm einfach mit monatlichen Blutwerten (Leberwerte) vorzuweisen. Das Bundesverkehrsministerium hat hier die Messlatte sehr hoch gelegt. So soll verhindert werden, dass jemand, der gute Leberwerte vorweisen kann, trotzdem weiterhin Alkohol bzw. Drogen konsumiert.

Sie rufen also bei einem MPI an und vereinbaren einen ersten Termin. Nehmen Sie hier Bargeld und Ihren Personalausweis mit, kleiden Sie sich wie bei einem Besuch beim Hausarzt. Sie erhalten einen Anamnesebogen (Fragebogen) zu Ihrer Geschichte und füllen diesen im Wartezimmer aus.


Wichtig: Verhalten Sie sich kooperativ und freundlich. Im eigenen Interesse lassen Sie die Felder leer, wenn Ihnen zur gestellten Frage keine Antwort einfällt.

Sie sind laut Gesetz nicht verpflichtet, ungünstige Angaben über sich selbst zu machen. – Es ist KEIN Test.

Hier wird lediglich Ihre Vorgeschichte (Beruf, Krankheit, Operationen, Medikation, Angaben zur Person) abgeklappert.

Blut wird Ihnen nicht abgenommen.

Im ersten Moment fühlt man sich den Vertragsklauseln des Abstinenzprogramms hoffnungslos ausgesetzt. Und man kommt sich möglicherweise hilflos vor. Doch der Gesetzgeber will erkennen, dass Sie es ernst meinen. Dass Sie Ihr Verhalten geändert haben und es tatsächlich leben!

Die Abstinenzkontrollprogramm- Klauseln (Auszug):

• Sie werden innerhalb von 6 Monaten 4 Mal zu einem (…) Screening eingeladen, oder innerhalb von 12 Monaten 6 mal.
• Eine Abänderung des Vertrages innerhalb der gesamten Laufzeit (…) ist nicht vorgesehen.
• Sie verpflichten sich, für uns permanent erreichbar zu sein.
• Sie verpflichten sich (…), innerhalb von 24 Std. nach Einbestellung bei uns zu erscheinen.
• Sie verpflichten sich, während der Laufzeit von (…) Monaten, keine alkoholischen oder andere bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich zu nehmen.
• Die Urinabgabe erfolgt unter Sicht. Gleichzeitig haben Sie keinen Anspruch auf die Wahl eines weiblichen oder männlichen Mitarbeiters bei der Urinabgabe. (Anti- Diskriminierungsgesetz)
• Bei einem positiven Screening innerhalb der Laufzeit wird das Abstinenzkontrollprogramm von unserer Seite her abgebrochen. Die Möglichkeit eines Einspruches Ihrerseits besteht nicht.
• Ihnen wird innerhalb von 12 Monaten ein Urlaub von 8 Wochen gewährt. Diesen (…) müssen Sie bei uns schriftlich (…) Tage vor Urlaubsantritt einreichen.
• Usw.

Das Bedeutet mit anderen Worten: Wenn Sie sich zu diesem unabdingbaren Schritt entscheiden, dann läuft das nach UNSEREN Regeln. Kurzfristiges Absagen oder Ausreden führen ebenfalls zum Scheitern.

Aber ganz ehrlich, so schlimm ist das nicht. Und es ist auch zeitlich begrenzt. Sie müssen dabei immer bedenken, dass Sie der Auftraggeber sind. Kein Bittsteller. Sie erteilen also dem MPI den Auftrag zur Durchführung eines Abstinenzkontrollprogramms an Ihnen. Und das Bedeutet wiederum, dass Sie Dies nach festgelegten Maßstäben durchführen lassen wollen.

Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten Sie nach Ablauf der festgesetzten Zeit ein Zertifikat. Dies nehmen Sie dann mit zur MPU und es beweist, dass Sie entweder 6 oder 12 Monate abstinent gelebt haben. Und genau das ist es, was der Arzt bzw. der Gutachter bei der Begutachtung sehen will.

Ohne ein erfolgreich durchlaufenes Abstinenzkontrollprogramm (Bei Alkohol/ Drogendelikten) haben Sie keine Chance auf eine positive Prognose bei der MPU.
Sie müssen also bildlich gesprochen vom Piranha zum Goldfisch werden.

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